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SharePoint-Intranet-Beispiele für KMU: Welche Bereiche zuerst Nutzen bringen

Vier klar gekennzeichnete Intranet-Modellszenarien zeigen, womit KMU sinnvoll starten können und wann Kommunikation, HR, Qualitätswissen oder Projektarbeitsräume Priorität haben.

Marc Bühler
Marc Bühler
Gründer und Geschäftsführer, Bühler IT Solutions GmbH

Beginnen Sie mit einer häufigen Frage, nicht mit dem ganzen Unternehmen

Ein SharePoint-Intranet bringt zuerst dort Nutzen, wo viele Mitarbeitende regelmässig dieselben Informationen suchen oder dieselben Fragen stellen. Für ein KMU sind deshalb oft interne Mitteilungen, HR-Self-Service, Qualitätswissen oder wiederkehrende Projektstrukturen geeignete Startbereiche. Führen Sie nicht alle gleichzeitig ein. Wählen Sie einen Bereich mit erkennbarem Bedarf und einer Person, die den Inhalt verantworten kann.

Die folgenden vier Szenarien sind ausdrücklich Modellbeispiele. Sie zeigen mögliche Ausgangslagen und Entscheidungen, sind aber keine Behauptungen über ausgeführte BITS-Projekte oder erzielte Kundenergebnisse. Das später erwähnte Projekt von Schilt Elektro ist davon getrennt und als öffentlich dokumentiertes Kundenprojekt gekennzeichnet.

Der erste Bereich braucht einen klaren Arbeitsnutzen

Eine attraktive Startseite allein löst noch kein Informationsproblem. Entscheidend ist die Informationsarchitektur, also die verständliche Ordnung von Seiten, Navigation und Inhalten. Mitarbeitende sollten erkennen, wo eine verbindliche Information liegt, wie aktuell sie ist und wer dafür verantwortlich ist.

Ein geeigneter erster Bereich erfüllt möglichst mehrere dieser Kriterien:

  • Die gleiche Information wird von vielen Personen benötigt.
  • Fragen oder Suchaufwand treten regelmässig auf.
  • Es gibt eine verantwortliche Stelle für Inhalt und Freigabe.
  • Die Informationen bleiben länger relevant als eine einzelne Nachricht.
  • Ein Pilot kann mit echten Inhalten und einer begrenzten Zielgruppe getestet werden.
  • Der Nutzen lässt sich durch weniger Rückfragen, kürzere Suchwege oder vollständigere Inhalte beobachten.

Wenn hauptsächlich laufende Gespräche und kurzfristige Absprachen verbessert werden sollen, ist ein Intranet möglicherweise nicht der erste Ansatz. Der Vergleich von E-Mail, Teams und Intranet für die interne Kommunikation hilft bei dieser Abgrenzung.

Modellszenario 1: Mitteilungen und zentrale Orientierung

In diesem Modellszenario werden wichtige Änderungen per E-Mail verschickt. Später ist unklar, welche Nachricht noch gilt. Neue Mitarbeitende kennen weder die zuständigen Personen noch die wichtigsten internen Anlaufstellen.

Ein begrenzter Intranet-Einstieg könnte aktuelle Mitteilungen, häufig verwendete Kontakte, zentrale Termine und Links zu verbindlichen Informationen bündeln. Die Startseite dient dabei als Orientierung, nicht als Ablage für jedes Dokument. Eine Meldung sollte auf den Ort verweisen, an dem die dazugehörige Richtlinie oder Vorlage dauerhaft gepflegt wird.

Dieses Szenario passt, wenn Informationen mehrere Teams betreffen und heute über verschiedene Kanäle verteilt werden. Es passt weniger gut, wenn nur eine kleine Arbeitsgruppe betroffen ist oder die Inhalte fast ausschliesslich kurzfristige Abstimmungen betreffen. Dafür kann ein klar strukturierter Arbeitsraum in Teams genügen. Wie Teams, Kanäle und Berechtigungen aufgebaut werden können, erklärt der Beitrag Microsoft Teams richtig strukturieren.

Modellszenario 2: HR-Self-Service und Onboarding

HR-Self-Service bedeutet, dass Mitarbeitende häufig benötigte Personalinformationen selbst finden können. Ein modellhafter erster Bereich enthält beispielsweise Hinweise zu Ein- und Austritten, Absenzen, internen Ansprechstellen, Weiterbildung oder freigegebenen Vorlagen.

Der praktische Nutzen entsteht nicht durch möglichst viele Seiten. Er entsteht, wenn wiederkehrende Fragen verständlich beantwortet werden und jede Information eine verantwortliche Stelle besitzt. Für das Onboarding kann eine rollenbezogene Einstiegsseite zeigen, welche Werkzeuge, Kontakte und organisatorischen Schritte in den ersten Tagen wichtig sind.

Die Grenze liegt bei persönlichen und vertraulichen Personaldaten. Ein allgemein zugänglicher HR-Bereich ist keine Personalakte und ersetzt kein geeignetes Fachsystem. Berechtigungen, Datenschutz und Aufbewahrung müssen separat geklärt werden. Ohne eine HR-verantwortliche Person, die Inhalte freigibt und aktuell hält, sollte dieser Bereich nicht als erster Pilot gewählt werden.

Modellszenario 3: Qualitätswissen und verbindliche Vorlagen

In diesem Modellszenario existieren Arbeitsanweisungen, Checklisten und Vorlagen in einer gewachsenen Ordnerstruktur. Mitarbeitende kennen den Dateinamen nicht oder arbeiten mit lokalen Kopien weiter. Ein Intranet-Bereich könnte Prozesse verständlich darstellen und von dort auf die jeweils gültigen Unterlagen führen.

Wichtig ist die Trennung zwischen Orientierung und Dokumentenlenkung. Das Intranet kann erklären, welcher Ablauf gilt und wo Unterlagen zu finden sind. Falls Dokumente formelle Prüfungen, Freigaben, Versionen oder Aufbewahrungsregeln benötigen, reicht eine normale Intranet-Seite möglicherweise nicht aus. Dann muss zusätzlich ein geregeltes Dokumentenmanagement mit SharePoint betrachtet werden.

Dieses Szenario eignet sich, wenn ein Fachbereich seine Prozesse bereits benennen kann und die Verantwortung für Änderungen geklärt ist. Es eignet sich nicht, um ungeprüfte Ordner unverändert in eine neue Oberfläche zu verschieben. Eine Suchfunktion kann eine klare Ordnung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Modellszenario 4: Wiederkehrende Projektarbeitsräume

Ein KMU startet regelmässig ähnliche Kunden-, Bau- oder interne Projekte. Trotzdem werden Ordner, Teams und Zugriffe jedes Mal neu zusammengestellt. Ein modellhafter Intranet-Bereich könnte eine Übersicht laufender Vorhaben, Projektvorlagen und den Zugang zu den jeweiligen Arbeitsräumen bereitstellen.

Der eigentliche Arbeitsraum kann in Teams oder SharePoint liegen. Das Intranet übernimmt die übergreifende Orientierung: Welche Projekte laufen, wer ist verantwortlich und wo befinden sich die aktuellen Informationen? Dabei muss geklärt sein, welches System für welche Daten führend ist. Sonst entstehen Kopien und unterschiedliche Informationsstände.

Für die Dateiablage braucht es ebenfalls eine klare Grenze zwischen persönlicher Arbeit und gemeinsamer Verantwortung. Der Ratgeber SharePoint oder OneDrive: Wo gehören welche Dateien hin? unterstützt diese Entscheidung.

Was ein reales BITS-Projekt zeigt

Das öffentlich dokumentierte Projekt bei Schilt Elektro AG verbindet Qualitätsprozesse und wiederkehrende Projektstrukturen. Eine Prozesskarte führt zu Abläufen, Zuständigkeiten und Unterlagen. Für neue Projekte stehen einheitliche Vorlagen bereit, und vorgesehene Zugriffe werden beim Anlegen gesetzt.

Der SharePoint-Einsatz bei Schilt Elektro zeigt damit einen realen Zusammenhang zwischen Qualitätswissen, Projekten, SharePoint, Teams und Power Automate. Er ist jedoch kein Beleg dafür, dass dieselbe Struktur für jedes KMU passt. Ausgangslage, Prozesse, Berechtigungen und vorhandene Inhalte müssen für jede Organisation neu beurteilt werden.

Standardfunktionen zuerst, Erweiterungen nur mit klarem Zweck

Navigation, Inhaltsseiten, Vorlagen, Zielgruppensteuerung und mobile Nutzung lassen sich je nach vorhandener Umgebung mit Standardfunktionen gestalten. Zielgruppensteuerung bedeutet, dass bestimmte Inhalte bevorzugt den dafür vorgesehenen Personengruppen angezeigt werden. Sie ersetzt keine sichere Berechtigung, wenn Informationen tatsächlich vertraulich sind.

Individuelle Entwicklung kann sinnvoll werden, wenn besondere Fachprozesse, Darstellungen oder Schnittstellen benötigt werden. Sie erhöht aber auch Test-, Pflege- und Änderungsaufwand. Welche Funktionen standardmässig verfügbar sind und welche Lizenzen oder Zusatzlösungen benötigt werden, muss vor dem Projekt aktuell geprüft werden.

Auch KI-Funktionen wie Copilot, erweiterte Suche oder Agents sind kein automatischer Grundnutzen eines Intranets. Ihr möglicher Einsatz hängt unter anderem von Lizenzierung, Datenqualität, Berechtigungen und Governance ab. Ein schlecht gepflegter Informationsbestand wird durch KI nicht verlässlich.

Mit einem Pilotbereich lernen

Ein Pilot ist ein begrenzter erster Einsatz mit echten Inhalten und einer klaren Zielgruppe. Er sollte gross genug sein, um im Alltag geprüft zu werden, aber klein genug, um Rückmeldungen ohne aufwendigen Umbau umzusetzen.

Neben der Technik braucht es Adoption, also die tatsächliche Annahme der Lösung im Arbeitsalltag. Dazu gehören eine verständliche Einführung, erreichbare Inhaltsverantwortliche und ein einfacher Rückmeldeweg. Prüfen Sie nach dem Start, welche Inhalte gesucht werden, wo Rückfragen bleiben und welche Seiten nicht gepflegt werden.

Ein SharePoint-Intranet ist nicht der passende erste Schritt, wenn niemand Inhalte verantworten darf, ein Fachsystem die Aufgabe besser erfüllt oder lediglich eine bestehende Ablage unverändert verschoben werden soll. Es ersetzt weder interne Entscheide noch verbindliche Prozesse.

Für die Auswahl genügt zunächst eine konkrete Frage: Welche Information suchen Mitarbeitende heute wiederholt, und wer kann sie verbindlich pflegen? Mit dieser Ausgangslage lässt sich auf der Seite zu SharePoint-Intranet und Zusammenarbeit ein sinnvoll begrenzter erster Bereich einordnen.

Microsoft-Quellen und Prüfstand

Die Aussagen zu SharePoint als Intranet- und Zusammenarbeitsplattform wurden am 14. September 2026 anhand der Einführung in SharePoint und OneDrive von Microsoft Learn und der aktuellen SharePoint-Dienstbeschreibung geprüft. Welche Funktionen, Zielgruppenoptionen oder KI-Erweiterungen verfügbar sind, hängt vom Mandanten, vom Plan und vom aktuellen Microsoft-Produktstand ab und muss vor der Umsetzung erneut kontrolliert werden.

Den passenden ersten Intranet-Bereich auswählen

Wir betrachten wiederkehrende Fragen, vorhandene Inhalte und Zuständigkeiten und grenzen einen sinnvollen Pilot ab.

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