4 Min. Lesezeit

SharePoint oder OneDrive: Wo gehören welche Dateien hin?

SharePoint oder OneDrive richtig einsetzen: Klare Regeln für persönliche und gemeinsame Dateien im KMU.

Marc Bühler
Marc Bühler
Gründer und Geschäftsführer, Bühler IT Solutions GmbH

Dateien dort ablegen, wo die Verantwortung liegt

Eine Kollegin ist in den Ferien, drei Personen suchen die letzte Offerte und die aktuelle Datei liegt in ihrem persönlichen OneDrive. Oder ein SharePoint-Bereich ist zu einem zweiten Netzlaufwerk mit Sonderrechten geworden. Meist fehlt eine verständliche Regel dafür, wem eine Information gehört und wie sie weiterbearbeitet wird.

OneDrive ist der persönliche Arbeitsbereich für Entwürfe, Notizen und Arbeitskopien. SharePoint ist der gemeinsame Ort für Unterlagen eines Teams, Projekts oder Bereichs; die Dateien eines Teams in Microsoft Teams liegen im Hintergrund ebenfalls dort. Als einfache Entscheidungshilfe gilt:

  • persönlicher Entwurf: OneDrive
  • gemeinsame Bearbeitung: Team oder SharePoint
  • verbindliche Unterlage: vereinbarter Projekt- oder Kundenbereich

Massgebend ist die Eigentümerschaft, nicht die Vertraulichkeit. Muss die Arbeit bei Vertretung, Ferien oder Austritt ohne Umwege weitergehen, gehört sie in einen gemeinsamen Bereich. Eine Projektleiterin kann Recherche und erste Kalkulationsnotizen in OneDrive vorbereiten. Sobald Vertrieb, Technik oder Geschäftsleitung mitarbeiten, ist ein Projektbereich der passende Ort.

Das gilt auch für kleine, wiederkehrende Fälle. Eine Einkaufsliste für eine einmalige Bestellung kann zunächst persönlich sein. Wird daraus eine Lieferantenbewertung oder eine Vorlage für die Stellvertretung, braucht sie einen gemeinsamen Ort. Vereinbaren Sie bei Projekten, wann eine Datei diesen Übergang macht. Ohne diesen Schritt bleiben wichtige Informationen an einzelne Personen gebunden, obwohl sie im Team entstanden sind.

Eine Struktur, die sich erklären lässt

SharePoint kann sehr viel abbilden. Gerade deshalb sollte nicht jede Ausnahme mit Ordnerberechtigungen gelöst werden. Wenige klar benannte Team- und Projektbereiche, verständliche Bibliotheken und eine Regel für vertrauliche Inhalte sind meist belastbarer. Berechtigungen lassen sich in der Regel besser über Gruppen und Mitgliedschaften als über einzelne Dateien verwalten.

Wer mit Externen teilt, braucht eine bewusste Freigaberegel. Fragen Sie vor dem Versand, ob ein Gastzugang, ein zeitlich begrenzter Link oder eine andere Form der Übergabe passt. Ein Link, der weitergeleitet werden kann, ist nicht für jede Unterlage geeignet. Microsoft 365 und Arbeitsplatz entfaltet seinen Nutzen erst, wenn Technik und Arbeitsablauf zusammenpassen.

Versionierung macht Änderungen nachvollziehbar; Metadaten und Vorlagen helfen später, ersetzen aber keine klaren Namen und sinnvollen Ablageorte. Der Beitrag zum Dokumentenmanagement im KMU vertieft diesen Schritt. Prüfen Sie die neue Struktur mit einer realen Vertretung: Findet sie die aktuelle Offerte, den Vertrag und den Entscheid ohne Rückfrage? Stimmen Sie die Regeln mit der Struktur von Microsoft Teams ab. Wenn ein Bereich niemandem verständlich erklärt werden kann, ist er wahrscheinlich zu kompliziert.