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8 Min. Lesezeit

Power-Automate-Lizenzen vergleichen: Premium, Process und Nutzungsrechte

Welche Power-Automate-Lizenz braucht ein Ablauf? Der Leitfaden ordnet bestehende Nutzungsrechte, Premium-Connectors, Benutzer- und Process-Lizenzierung sowie Desktop-Flows ein.

Marc Bühler
Marc Bühler
Gründer und Geschäftsführer, Bühler IT Solutions GmbH

Die Lizenz ergibt sich aus dem konkreten Ablauf

Nicht jeder Power-Automate-Flow braucht eine separate Premium-Lizenz. Entscheidend sind Connectors, Automationsart, beteiligte Personen und Betriebsmodell. Ein einfacher Cloud-Flow mit Standard-Connectors kann durch Nutzungsrechte einer Microsoft-365-Lizenz abgedeckt sein. Premium- oder benutzerdefinierte Connectors, bestimmte Desktop-Automationen oder zentral lizenzierte Prozesse können andere Modelle erfordern.

Microsoft unterscheidet benutzerzentrierte und automatisierungszentrierte Lizenzierung. Bei einer Benutzerlizenz erhält eine Person definierte Rechte. Eine Kapazitätslizenz wird einer Automatisierung oder Maschine zugeordnet. Diese Unterscheidung ist wichtiger als die pauschale Frage, ob Power Automate «enthalten» ist.

Die Kurzantwort finden Sie unter Brauche ich für Power Automate eine Premium-Lizenz?. Dieser Ratgeber zeigt die Prüfung eines realen Ablaufs.

Den Flow vollständig erfassen

Notieren Sie vor der Lizenzentscheidung:

  • Auslöser, Connectors und Aktionen
  • Personen, die erstellen, besitzen, auslösen und überwachen
  • persönlicher Ablauf oder zentraler Unternehmensprozess
  • beaufsichtigte oder unbeaufsichtigte Desktop-Schritte
  • Umgebung, Dataverse, AI Builder und lokales Gateway
  • erwartete Ausführungen und Kapazität

Ein Name wie «Rechnungsfreigabe» reicht nicht. Zwei gleich benannte Flows sind lizenztechnisch verschieden, wenn einer nur SharePoint und Outlook nutzt, der andere aber ein ERP über einen Premium-Connector einbindet.

Nutzungsrechte aus Microsoft 365

Bestimmte Microsoft-365- und Dynamics-365-Lizenzen enthalten begrenzte Power-Automate-Rechte. Damit lassen sich je nach Plan Cloud-Flows mit Standard-Connectors im vorgesehenen Kontext erstellen und ausführen. Welche Rechte eine konkrete Lizenz enthält, muss anhand des aktuellen Microsoft Power Platform Licensing Guide und der Mandantenanzeige geprüft werden.

Das kann für einfache Teamabläufe passen, beispielsweise eine Benachrichtigung aus einer SharePoint-Liste. Es ist nicht automatisch ausreichend, sobald ein Premium- oder benutzerdefinierter Connector beteiligt ist.

Ein erfolgreicher Testlauf ist kein Lizenznachweis. Testversionen, Entwicklerrechte oder Rechte der erstellenden Person können einen Ablauf technisch ermöglichen, ohne dass das geplante produktive Modell korrekt lizenziert ist.

Premium: Rechte pro Benutzer

Power Automate Premium ist benutzerzentriert. Laut Microsoft umfasst die Lizenz unter anderem Premium- und benutzerdefinierte Connectors sowie Funktionen für Cloud- und beaufsichtigte Desktop-Automation. Sie kann passen, wenn bestimmte Personen mehrere Automationen erstellen, ausführen und verwalten.

Prüfen Sie alle Rollen. Wer einen Flow besitzt, manuell startet oder über eine Verbindung Aktionen ausführt, kann relevant sein. Ein technisches Dienstkonto löst die Lizenzfrage nicht automatisch. Eigentümerschaft und Stellvertretung behandelt der Leitfaden zur Power-Automate-Governance.

Process und Hosted Process

Eine Process-Lizenz wird einer Automatisierung oder Maschine zugewiesen. Sie kann für einen zentralen Cloud-Flow oder für unbeaufsichtigte Desktop-Automation relevant sein. Bei Cloud-Flows ermöglicht sie gemäss Microsoft Premium- und benutzerdefinierte Connectors unabhängig von den Nutzungslizenzen der auslösenden Personen; der Flow muss für die Zuweisung in einer Lösung liegen.

Hosted Process ergänzt von Microsoft gehostete Maschinen für Desktop-Automation. Ob diese Variante passt, hängt von Anwendungen, Parallelität, Betriebsverantwortung und Kapazität ab. Eine Kapazitätslizenz ersetzt nicht alle Benutzerrechte: Bestimmte Erstellungs-, Verwaltungs- oder Desktop-Flow-Aufgaben benötigen weiterhin passende Benutzerlizenzen.

Lizenznamen, Rechte und Grenzwerte können sich ändern. Ein älteres Angebot oder ein Blogbeitrag ist keine vertragliche Lizenzgrundlage.

Connectors gezielt prüfen

Ein Connector verbindet Power Automate mit einem Dienst. Standard-Connectors können mit enthaltenen Nutzungsrechten abgedeckt sein. Premium-Connectors benötigen entsprechende Berechtigungen. Ein benutzerdefinierter Connector bindet eine eigene oder nicht vorgefertigte Schnittstelle an und gehört ebenfalls in die Premium-Prüfung.

Dokumentieren Sie die verwendeten Connectors und prüfen Sie Erweiterungen vor der Freigabe. Ein lokales Datengateway ist zusätzlich zu betrachten, wenn Cloud-Flows auf lokale Datenquellen zugreifen. Gateway, Datenquelle, Connector und Benutzerrechte bilden gemeinsam das Szenario.

Desktop-Flows richtig unterscheiden

Desktop-Flows automatisieren Bedienhandlungen auf einem Computer. Bei einer beaufsichtigten Ausführung arbeitet eine Person am Gerät. Eine unbeaufsichtigte Ausführung läuft ohne menschliche Aufsicht und benötigt ein dafür vorgesehenes Lizenz- und Maschinenmodell.

Klären Sie, unter welchem Konto der Flow läuft, wie Anmeldedaten geschützt werden, wer Fehler behandelt und ob Ausführungen parallel nötig sind. Wo eine stabile Programmierschnittstelle verfügbar ist, ist sie häufig besser kontrollierbar als nachgebildete Maus- und Tastaturschritte.

Drei typische Szenarien

Einfacher Cloud-Flow: Der Flow nutzt nur Standard-Connectors innerhalb der vorgesehenen Microsoft-365-Dienste. Bestehende Rechte können ausreichen; prüfen Sie Lizenzplan, Besitzer und Benutzerkreis.

Fachprozess mit Premium-System: Der Flow verbindet Microsoft 365 mit ERP, Datenbank oder eigener Schnittstelle. Je nach Nutzung kann eine Premium-Benutzerlizenz oder eine Process-Lizenz passen.

Unbeaufsichtigte Desktop-Automation: Der Flow bedient eine Anwendung ohne anwesende Person. Dafür sind passende Kapazität, Maschine, Benutzerrechte und ein kontrollierter Betrieb nötig.

Diese Muster sind keine Lizenzfreigabe. Die verbindliche Beurteilung erfolgt mit aktuellem Microsoft-Leitfaden, konkretem Mandanten und Angebot.

Die Entscheidung dokumentieren

Halten Sie pro produktivem Flow Zweck, Umgebung, Besitzer, Stellvertretung, auslösende Personen, Connectors, Desktop-Anteil, Lizenzmodell, Kapazität, Quelle und Prüfdatum fest. Prüfen Sie neu, wenn Connectors, Benutzerkonzept oder Ausführungsart wechseln.

Wer zuerst den geeigneten Prozess bestimmen muss, kann sich am Ratgeber Power Automate im KMU: zehn geeignete Prozesse orientieren. Erst wenn Prozess und technische Umsetzung feststehen, lässt sich das Lizenzmodell belastbar vergleichen.

Quellen und Prüfstand

Die Lizenztypen, Connector-Berechtigungen und Desktop-Automationsmodelle wurden am 14. September 2026 anhand der aktuellen Microsoft-Learn-Seite zu den Power-Automate-Lizenztypen geprüft. Die verbindliche Detailprüfung muss zusätzlich mit dem jeweils aktuellen Microsoft Power Platform Licensing Guide, dem konkreten Microsoft-365-Mandanten und dem Angebot erfolgen. Microsoft kann Namen, Rechte, Kapazitäten und Produktbedingungen ändern.

Flow und Lizenzmodell gemeinsam prüfen

Wir erfassen Connectors, Benutzerrollen, Desktop-Anteile und Betriebsverantwortung Ihres konkreten Ablaufs.