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Kosten · Offerten, Aufträge & Rapporte

Was kostet Prozessautomatisierung im KMU?

Marc Bühler · zuletzt geprüft 15.10.2026

Kurz gesagt

Prozessautomatisierung kostet mehr als den Bau eines Workflows: Im ersten Jahr zählen Analyse, Konzeption, Umsetzung, Schnittstellen, Lizenzen, Test und Einführung, interner Aufwand und Betrieb. Danach bleiben Lizenzen, Überwachung, Support und Anpassungen. Günstig wird es bei stabilen, häufigen, regelbasierten Abläufen; teuer bei vielen Ausnahmen, Systemen und sensiblen Daten.

Für wen das gilt

Für Inhaber und Geschäftsleitungen von KMU, die einen Ablauf automatisieren wollen und wissen möchten, womit sie rechnen müssen. Das Thema gehört zum Zeitdieb Offerten, Aufträge & Rapporte.

Hier stehen bewusst keine Beträge. Die Faktoren unten zeigen, warum eine Schätzung höher oder tiefer ausfällt. Die Festpreise von BITS findest du auf der Preisseite.

Die Formeln

WasFormel
Kosten im ersten JahrAnalyse + Konzeption + Umsetzung + Schnittstellen + Lizenzen + Test und Einführung + interner Aufwand + Betrieb
FolgejahreLizenzen + Überwachung + Support + Anpassungen (je nach Lösung)
UmsetzungsaufwandKonfiguration oder Entwicklung + Schnittstellen + Testdaten + Testdurchführung + Fehlerkorrektur + Dokumentation
ProjektkostenSumme aus Stunden je Rolle × Stundenansatz + Lizenz- und Betriebskosten
Heutiger Aufwand (Vergleichsbasis)Fälle pro Jahr × durchschnittliche Bearbeitungszeit × interner Stundenansatz

Rollen sind etwa Prozessverantwortliche, Fachpersonen, technische Umsetzung, Sicherheit, Test und Projektleitung. Rechne interne Mitarbeit genauso ein wie externe Leistungen. Den heutigen Aufwand kannst du mit dem Zeitdieb-Rechner abschätzen.

Kostentreiber in sechs Phasen

PhaseWas den Aufwand bestimmt
1. Prozess erfassenZahl der Schritte, Rollen, Varianten, Systeme, Fallzahlen; ungeschriebene Regeln sichtbar machen
2. ZielprozessEntscheidungsregeln, Eskalationen, Stellvertretungen, Fehlerwege, manueller Ersatzweg
3. Plattform und SchnittstellenStandard-Konnektoren sind besser kalkulierbar als eigene Schnittstellen; ältere Fachanwendungen ohne Programmierschnittstelle treiben den Aufwand
4. Umsetzen und testenNormalfälle, Varianten, Fehlerfälle; bei finanziellen, personenbezogenen oder betriebskritischen Prozessen zusätzliche Prüfungen und Abnahmen
5. EinführungSchulung, Kurzanleitungen, Kommunikation, Begleitung nach dem Start; Zahl der Nutzergruppen und Standorte
6. BetriebÜberwachung, Support, technische Konten, Dokumentation, regelmässige Überprüfung

Varianten sind unterschiedliche Wege durch denselben Prozess, etwa Freigaben nach Betrag oder Abteilung. Ein Konnektor ist eine technische Verbindung zwischen Automationsdienst und Anwendung.

Aus der Praxis

Ein klar abgegrenzter Prozess mit fachlicher Eigentümerschaft ist einfacher zu schätzen als ein bereichsübergreifender Ablauf mit offenen Zuständigkeiten. Gespräche, Beobachtungen und eine Stichprobe echter Fälle machen ungeschriebene Regeln sichtbar, bevor sie im Projekt teuer werden.

Ein Prototyp kann Unsicherheiten reduzieren, bevor der ganze Prozess umgesetzt wird. Und Standardfunktionen sind oft günstiger zu warten als eigene Oberflächen, sofern sie den Bedarf erfüllen. Eine Sonderentwicklung braucht einen klar beschriebenen Nutzen.

Betriebskosten leitest du nicht pauschal aus den Entwicklungskosten ab: Ein Prozess, der einmal im Monat läuft, braucht eine andere Betreuung als ein täglich betriebsrelevanter Ablauf. Wie der Betrieb geregelt wird, steht in Wer ist zuständig, wenn ein Power-Automate-Flow ausfällt?.

Ehrlich gesagt: wann es sich nicht lohnt

Nicht jeder Prozess sollte automatisiert werden. Seltene, stark wechselnde Abläufe oder überwiegende Ermessensentscheide können mehr Pflege verursachen, als sie entlasten. Offene Zuständigkeiten klärst du zuerst organisatorisch. Manchmal genügt ein gemeinsames Formular, eine Checkliste oder eine klarere Arbeitsanweisung.

Fachliche Ermessensentscheide bleiben bei verantwortlichen Personen, wenn sie Kontext und Beurteilung verlangen. Prozessautomatisierung wird nicht über erfundene Einsparungen bewertet, sondern als überprüfbare Investition in einen konkret beschriebenen Ablauf.

So gehst du vor

  1. Heutigen Ablauf und Aufwand erfassen (Formel oben).
  2. Automationsgrenze festlegen: Was macht das System, was bleibt bewusst beim Menschen?
  3. Lizenzen und Schnittstellen prüfen, mit Datum und Annahmen. Siehe Welche Power-Automate-Lizenz brauche ich?.
  4. Offerte verlangen, die Muss, Optionen und laufende Leistungen trennt und alle Annahmen nennt.
  5. Mit einem geeigneten ersten Ablauf starten, siehe Für welche Prozesse lohnt sich Power Automate im KMU?.

Häufige Fragen

Gibt es einen Pauschalpreis für eine Automatisierung?

Ohne Angaben zu Schritten, Rollen, Varianten, Systemen und Fallzahlen wäre ein Pauschalpreis nicht belastbar. Ein klarer Ablauf mit wenigen Rollen und Standardschnittstellen braucht meist weniger Aufwand als ein Prozess mit vielen Ausnahmen und mehreren Systemen. Die Festpreise von BITS stehen auf der Preisseite.

Wie berechne ich den heutigen Aufwand?

Jährlicher manueller Aufwand = Fälle pro Jahr × durchschnittliche Bearbeitungszeit × interner Stundenansatz. Ergänze messbare Qualitätsprobleme wie Doppelerfassung, Rückfragen oder fehlende Angaben. Das ist eine Vergleichsbasis, keine garantierte Einsparung.

Warum kostet der Betrieb nach dem Go-live noch etwas?

Produktive Automationen brauchen eine verantwortliche Stelle, die Fehlermeldungen erhält, abgelaufene Verbindungen erkennt und Änderungen kontrolliert. Auch Anpassungen an Formularen, Zuständigkeiten oder verbundenen Anwendungen können Tests und eine neue Freigabe auslösen.

Was gehört in eine gute Offerte?

Eine klare Trennung von Muss-Funktionen, Optionen und laufenden Leistungen sowie Annahmen zu Fallzahlen, Varianten, Lizenzen, Schnittstellen, Datenqualität, Mitwirkung und Abnahme. So siehst du, welche Position sich bei verändertem Umfang bewegt.

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