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Probleme · Ablage, Dokumente & Zusammenarbeit

Wie plane ich eine Microsoft-365-Schulung?

Marc Bühler · zuletzt geprüft 15.10.2026

Kurz gesagt

Plane eine Microsoft-365-Schulung nach Rollen und echten Arbeitssituationen, nicht nach Funktionen. Definiere je Zielgruppe zwei bis drei konkrete Aufgaben, übe sie in kurzen Einheiten vor und nach dem Start und regle vorher, was in Teams oder SharePoint gehört. Nach vier bis sechs Wochen prüfst du, ob Dateien am richtigen Ort liegen.

Für wen das gilt

Für KMU, die Microsoft 365 einführen oder eingeführt haben und merken, dass ein Teil des Teams weiter Anhänge verschickt oder Unterlagen ausdruckt. Das Thema gehört zum Zeitdieb Ablage, Dokumente & Zusammenarbeit.

Auf einen Blick

FrageAntwort aus der Praxis
Lernzielzwei bis drei echte Arbeitssituationen je Zielgruppe statt «Teams kennenlernen»
Gruppennach ähnlichen Aufgaben: Geschäftsleitung, Administration, Projektleitung, Werkstatt und Aussendienst
Formatkurze Einheiten vor dem Start, nach zwei Wochen und nach den ersten Erfahrungen
Dauereine 45-minütige Session zu Ablage und Vertretung kann wertvoller sein als ein halber Tag Funktionen
Wirkung prüfennach vier bis sechs Wochen: Dateien am richtigen Ort? Finden Vertretungen alles?

Aus der Praxis

Ein typisches Bild in einem Planungsbüro mit zwölf Mitarbeitenden: Die Projektleitung legt Pläne in Teams ab, die Administration verschickt dieselben Dokumente noch als Anhang, und der Aussendienst findet auf dem Tablet die aktuelle Version nicht. Eine allgemeine Präsentation über Teams löst das nicht. Die Beteiligten üben gemeinsam, wie ein Projektbereich aufgebaut ist, wo die verbindliche Datei liegt und wie Rückfragen und Entscheide festgehalten werden.

Gute Arbeitssituationen als Lernziel sind zum Beispiel:

  • eine Kundendatei gemeinsam bearbeiten, freigeben und am vereinbarten Ort ablegen
  • einen Entscheid im richtigen Teams-Kanal festhalten, damit die Stellvertretung ihn findet
  • einen externen Zugriff prüfen und nur teilen, was die Partnerfirma braucht
  • sich mit MFA (zusätzliche Bestätigung bei der Anmeldung) sicher anmelden und beim Gerätewechsel richtig vorgehen

Lass die Teilnehmenden auch kleine Fehler korrigieren: Was passiert, wenn eine Datei im privaten Chat statt im Projektbereich landet? Woran erkenne ich, ob ein Link intern oder extern freigegeben ist? Solche Fragen bleiben eher hängen als Menüpunkte.

Ehrlich gesagt

Eine kurze Einführung reicht nicht, wenn mehrere Teams Kundenprojekte parallel führen und Berechtigungen sauber geregelt sein müssen. Und die beste Schulung bleibt Theorie, wenn eine Entscheidung fehlt: Was darf weiter per E-Mail laufen, und was gehört verbindlich in Teams oder SharePoint? E-Mail bleibt sinnvoll für Kundinnen und Kunden und formelle Mitteilungen. Für gemeinsame Projektunterlagen erzeugt sie schnell mehrere Versionen.

Multiplikatoren im Team helfen nahe am Alltag, ersetzen aber keine geregelte IT-Unterstützung.

So gehst du vor

  1. Grundlage festlegen, bevor du schulst: Ablage und Kanäle, siehe Wie strukturiere ich Microsoft Teams sinnvoll?.
  2. Je Zielgruppe zwei bis drei Arbeitssituationen definieren.
  3. Gruppen nach ähnlichen Aufgaben bilden, ein gemeinsames Grundverständnis plus rollenspezifische Übungen.
  4. Sicherheit in die Handlung einbauen: bei der Freigabe den nötigen Zugriff klären, bei MFA erklären, was bei einem unerwarteten Anmeldeversuch zu tun ist.
  5. Mit fiktiven, unkritischen Beispielen üben, etwa einem erfundenen Kundenprojekt.
  6. Supportweg einrichten: benannter Kontakt, Sprechstunde in den ersten Wochen oder ein Kanal für häufige Fragen.
  7. Nach vier bis sechs Wochen Wirkung prüfen: nicht die Teilnahme, sondern ob Dateien am vorgesehenen Ort liegen und sich Supportanfragen verändern.

Die Schulung gehört zur Einführung, siehe Wie führe ich Microsoft 365 im KMU richtig ein?. Was Schulungen bei BITS kosten, steht auf der Preisseite.

Häufige Fragen

Warum nutzen manche Mitarbeitende Microsoft 365 nach der Einführung nicht?

Selten aus fehlendem Willen. Meist fehlt der Bezug zur eigenen Arbeit, oder die neue Vorgehensweise wirkt im ersten Moment langsamer als die vertraute. Eine gute Schulung zeigt deshalb nicht möglichst viele Funktionen, sondern erleichtert eine konkrete Aufgabe.

Ein ganzer Schulungstag oder mehrere kurze Einheiten?

Ein ganzer Tag schafft Raum für Fragen, überfordert aber oft, wenn die Werkzeuge erst Wochen später eingesetzt werden. Kürzere Einheiten vor dem Start, nach zwei Wochen und nach den ersten Erfahrungen halten den Stoff näher am Alltag.

Präsenz oder online?

Präsenz eignet sich, um neue Arbeitsweisen auszuprobieren und Unsicherheiten sichtbar zu machen. Online-Sessions sind praktisch für Nachfragen und neue Mitarbeitende. Eine kurze, gut auffindbare Anleitung ergänzt beides, ersetzt aber kein gemeinsames Üben.

Welche Rolle spielen Führungskräfte?

Eine grosse. Dokumentiert eine Führungsperson Entscheide selbst im Kanal und verweist auf die gemeinsame Ablage, wird die neue Arbeitsweise glaubwürdig. Verschickt sie Unterlagen weiter als Anhang, lernen die Mitarbeitenden auch daraus.

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