Zum Inhalt springen
bits_ – Das Firmen-Betriebssystem. Einfach. Weiter.bits_ – Das Firmen-Betriebssystem. Einfach. Weiter.

Probleme · KI im Betrieb

Wie setze ich KI im Büro sinnvoll ein?

Marc Bühler · zuletzt geprüft 15.10.2026

Kurz gesagt

Beginne mit wiederkehrenden Aufgaben, deren Ergebnis eine Fachperson prüfen kann: Entwürfe für interne Mitteilungen, Protokolle, Formulierungen oder Übersetzungen. Lege vor dem ersten Prompt fest, welche Daten erlaubt sind, wer das Ergebnis prüft und wo es abgelegt wird. KI liefert einen Entwurf, nicht die Verantwortung für die Aussage.

Für wen das gilt

Für KMU, deren Mitarbeitende KI-Werkzeuge schon nutzen oder bald nutzen wollen. Das Risiko liegt in der flüssigen Formulierung: Ein E-Mail-Entwurf klingt fertig, eine Zusammenfassung nennt eine ungeprüfte Quelle, eine Recherche übernimmt eine falsche Annahme. Solche Fehler rutschen schnell in den Ablauf. Deshalb gehört KI als Arbeitsmittel mit klaren Datenregeln und Verantwortlichkeiten behandelt.

Geeignete und heikle Aufgaben

Gut für den EinstiegMit besonderer Vorsicht
erste Entwürfe für interne MitteilungenPersonendaten, Gesundheitsdaten, Lohninformationen
Sitzungsstrukturen und Protokollentwürfe aus eigenen Notizenvertrauliche Angebote
Formulierungshilfenrechtliche Beurteilungen
Übersetzungsentwürfetechnische oder finanzielle Aussagen (KI kann Fragen strukturieren, ersetzt aber keine Fachprüfung)
Verdichtung eigener, geprüfter NotizenEntscheide über Kunden, Verträge oder Zahlungen

Für jede Aufgabe sollten drei Punkte geklärt sein:

  • Welche Daten dürfen verwendet werden?
  • Wer prüft das Ergebnis fachlich?
  • Was passiert, wenn der Entwurf falsch oder unvollständig ist?

Datenregeln vor dem Prompt

Mitarbeitende müssen wissen, welche Daten sie eingeben dürfen, welche nur in freigegebenen Unternehmenswerkzeugen verarbeitet werden und welche grundsätzlich draussen bleiben. Eine kurze, konkrete Regel hilft im Alltag mehr als ein langes Leitbild. Für wiederkehrende Aufgaben gehören Vorlage, Speicherort und allenfalls Freigabe zum Ablauf.

Aus der Praxis

Ein typischer erster Einsatz: Ein Administrationsteam erstellt aus klaren Sitzungsnotizen einen Protokollentwurf. Die zuständige Person prüft danach Beschlüsse, Namen und Termine. Die KI spart Zeit, entscheidet aber nichts.

Wir empfehlen, zwei konkrete Szenarien zu wählen und dafür Aufwand, erlaubte Daten, Qualitätskriterien und Freigabe zu definieren. Nach einigen Wochen zeigt sich, ob wirklich Zeit gespart wird. Ein guter Pilot führt zu einer brauchbaren Vorlage oder einer klareren Arbeitsanweisung, nicht zu einem Autopiloten. Geprüft wird dabei nicht nur der Stil, sondern auch Quelle, Kontext und fehlende Einschränkungen.

Ehrlich gesagt: wann es sich nicht lohnt

KI lohnt sich nicht, wenn jede Ausgabe umfassend korrigiert werden muss. Dann hat sich die Arbeit nur verschoben. Der Nutzen entsteht selten beim spektakulärsten Anwendungsfall. Und wenn mehrere Schritte regelmässig wiederkehren, bringen klare Regeln und eine definierte Übergabe oft mehr als immer neue Einzelprompts.

So gehst du vor

  1. Zwei wiederkehrende Aufgaben wählen, deren Ergebnis eine Fachperson prüfen kann.
  2. Datenregeln festlegen: erlaubt, nur in freigegebenen Werkzeugen, nie.
  3. Werkzeug freigeben: Unternehmenskonten, MFA, zentrale Verwaltung, Datenschutz und Zugriffsrechte koordiniert.
  4. Prüfung nach Risiko regeln, bei kritischen Inhalten Vier-Augen-Prinzip.
  5. Ablageort festlegen für Ergebnisse, die weiterverwendet werden.
  6. Nach einigen Wochen auswerten und eine Vorlage oder Arbeitsanweisung daraus machen.

Wenn sich ein Ablauf eher automatisieren als mit Prompts lösen lässt: Wo fange ich mit Digitalisierung und Automatisierung an?. Für die Datenregeln in Microsoft 365: Wie nutze ich Microsoft 365 datenschutzbewusst nach DSG?. Mehr unter KI im Betrieb, unsere Festpreise auf der Preisseite.

Häufige Fragen

Welche Daten gehören nicht in ein KI-Werkzeug?

Bei Personendaten, vertraulichen Angeboten, Gesundheitsdaten, Lohninformationen oder rechtlichen Beurteilungen ist besondere Zurückhaltung nötig. Prüfe, was der freigegebene Unternehmensdienst verarbeiten darf, und nutze keine frei gewählten Tools für vertrauliche Inhalte. Kundennamen lassen sich oft anonymisieren, interne Zahlen durch Bandbreiten ersetzen.

Wie genau muss ich KI-Ergebnisse prüfen?

Entsprechend dem Risiko. Eine interne Einladung braucht einen kurzen Gegencheck. Bei einer Offerte prüft die zuständige Fachperson Preise, Leistungen, Termine und Zusagen. Zahlen, Gesetzesverweise, Zitate und Aussagen über Mitbewerber verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Darf ich private KI-Konten nutzen?

Besser nicht. Unternehmenskonten mit MFA und zentraler Verwaltung sind verlässlicher als private Logins. Ein Entwurf in einem privaten Chatfenster ist kein nachvollziehbarer Geschäftsvorgang, wenn daraus eine Kundenkommunikation oder ein Entscheid entsteht.

Woran erkenne ich, dass sich der Einsatz lohnt?

Nach einigen Wochen Pilot daran, ob wirklich Zeit gespart wird. Müssen Mitarbeitende jede Ausgabe umfassend korrigieren, hat sich die Arbeit nur verschoben.

Datenschutz-Einstellungen

Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.